Wein- Kultur und Mee(h)r

06. bis 13. Oktober 2018

 

Samstag, 06. Oktober 2018:

Pünktlich um 7.00 Uhr, startete das Unternehmen Rioja. Per Bus der Firma Auderer ging es unter Reiseleiter Eugen Feichtinger und die 20 Weinbrüder und Schwestern zum Flughafen München. Nach den üblichen Sicherheitskontrollen startete unsere Lufthansa Maschine pünktlich um 11.35 Uhr in Richtung Bilbao. Kurz vor 14.00 Uhr landeten wir pünktlich am Flughafen Bilbao. Hier wurden wir bei regnerischem Wetter von unserem Reiseleiter Cristian und unserem Chauffeur Carlos empfangen und begrüßt. Während einer Panoramarundfahrt mit einem Stopp am Mount Artxandra, einem bekannten Aussichtspunkt, stellte er uns die Stadt, die in den letzten Jahren den Wandel von der Industrie- und Bergwerksstadt zur Dienstleistungsstadt hervorragen gemeistert hat, vor. Weiter ging es zum nächsten Besichtigungspunkt, der 1893 erbauten ältesten Schwebefähre der Welt, der „Biskaia Brücke“, die den Rio del Bilbao überspannt. Schließlich kamen wir in das Hotel „Puente Colgante“, wo wir mit baskischer Musik und Tänzen sowie einem Willkommenstrunk, bestehend aus Txakoli und Rioja, sowie verschiedenen Pitxos begrüßt wurden. Schließlich ging es weiter, zu unserem Hotel „Melia Bilbao“, wo wir für die nächsten zwei Nächte verbringen werden. Nachdem wir und häuslich eingerichtet hatten, trafen wir uns wieder in der Hotelhalle und fuhren mit dem Taxi zum Restaurant „Casa Rufo“, einem Fisch- und Steakhaus, zu einem hervorragenden Abendessen mit vorzüglicher Weinbegleitung. Erst am späten Abend ging es nach einem erlebnisreichen Tag wieder zurück in unser Hotel.


Sonntag, 07. Oktober 2018:

Der Sonntag begann nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel, mit einer Wanderung zum Guggenheim Museum. Das, von Architekt Frank G. Gehring von 1993 bis 1997 erbaute Museum, zeigt moderne Kunst auf 11.000m², sowohl in einer Dauer- als auch in Wanderausstellungen. Unser Reiseleiter Cristian führte uns durch mehrere Stockwerke und berichtete, dass es jährlich von über 1 Million Besucher besucht wird. Gegen Mittag, nach ausführlichem Kunstgenuss, wurden wir von unserem Bus wieder abgeholt. Die Fahrt ging in den Norden bis an die Atlantikküste, wo wir die Wallfahrtskirche „San Juan de Gaztelugantxe“ am nördlichen Jakobsweg sahen. Anschließend versammelten wir uns im Restaurant Gotzon in der Ortschaft Bakio zu einem hervorragenden mehrgängigen Mittagessen mit ausgezeichneter Weinbegleitung. Danach stand der Besuch im Weingut Gorrondona, dessen Weine wir zum Mittagessen getrunken hatten. Hier wurde der Weinkeller besichtigt. Besonderes Interesse weckte die Hefezucht. Danach statteten wir der Schnapsbrennerei einen Besuch ab. Neuland für die Meisten von uns, war die Destillation mit Wasserdampf. Zum Schluss gab es eine Verkostung der verschiedenen Schnäpse. Schließlich ging die Fahrt wieder zurück nach Bilbao. Nach kurzer Erholungsphase im Hotel trafen wir uns zu einer Pintxos Tour wieder. Mit Cristian besuchten wir zwei Lokale, versuchten mehrere Pintxos und tranken Txakoli und Rioja. Erst spät kamen wir wieder zurück in unser Hotel. Ein schöner und erlebnisreicher Tag war zu Ende.


Montag, 08. Oktober 2018:

Heute hieß es Abschied nehmen von Bilbao. Die Fahrt ging wieder nach Norden und dann entlang der Atlantik Küste ostwärts bis Zumaia. Hier bestiegen wir ein kleines Bot und fuhren hinaus auf das offene aber eher stürmische Meer. Unser Ziel war der Geopark Biskaya mit seinen gewaltigen, aufgefalteten Flyschfelsen. Hier wurde uns 60 Millionen Jahre Geschichte unserer Erde gezeigt. Wieder zurück im Hafen ging die Fahrt weiter, bis zur kleinen mittelalterlich anmutenden Küstenstadt Getaria. Sie ist übrigens die Heimat des berühmten Seefahrers Juan Sebastian Elcano, der die erste Weltumsegelung nach dem Tode des Kapitäns Maghellan wieder sicher nach Hause brachte. Im Restaurant „Kaia“ gab es ein vorzügliches Fischmenü mit exzellenter Weinbegleitung. Nach einem kurzen Stadtrundgang setzten wir unsere Fahrt fort und wir kamen in die Hafenstadt San Sebastian. Sie wird auch die Gourmethauptstadt des Baskenlandes genannt. Nach einer interessanten Stadtrundfahrt, leider im Regen, bezogen wir im Hotel „Tryp Orly“ unser Quartier. Am Abend machten wir eine Pintxos Tour durch die Altstadt, landeten schließlich im „Casa Alcalde“ und genossen viele Leckerbissen und gute Weine. Eigentlich störte es niemand, dass dieser Tag ohne offizielle Weinverkostung zu Ende ging.

 

Dienstag, 09. Oktober 2018:

Am Vormittag, nach dem Frühstück, verließen wir unser Hotel und die Küstenstadt San Sebastian. Durch hügeliges Gelände führte uns die Reise zunächst südwärts in die durch die Stierkämpfe bekannte Stadt Pamplona, der Hauptstadt der Provinz Navarra. Unser örtlicher Reiseleiter, aus dem Schwabenland stammend, führte uns auf launige Art und Weise durch die Stadt, zeigte uns die bekanntesten Orte der Stierhatz, die jährlich stattfindet, am Rathaus beginnt und am Eingang der Stierkampfarena endet. Schließlich kamen wir im Stadtzentrum zum bekannten Cafe Irunia, welches das Stammlokal des weltberühmten Schriftstellers und Nobelpreisträgers Ernest Hamingway während seines Spanienaufenthaltes war. Schließlich ging unsere Reise weiter bis nach „Puente la Reine“, einer kleinen Stadt, am Kreuzungspunkt zweier Jakobswege gelegen. Hier wanderten wir über die alte Römerbrücke, die den Fluss Argo überquert. Weiter ging unsere Fahrt bis zum Kloster „ Santa Maria la Real de Irache“ in der Nähe der Ortschaft Ayequin im Bundesland Navarra. Hier besichtigten wir die Kellerei und verkosteten drei Weine. Wir besuchten auch den berühmten Weinbrunnen, der allen Pilgern auf dem Jakobsweg Wein zur Stärkung bietet. Täglich werden 70 l Wein für diesen Brunnen zur Verfügung gestellt. Nach diesem Aufenthalt ging es wieder weiter, bis wir unser Hotel „Villa la Guardia“, etwas außerhalb der Stadt Laguardia erreichten. Dieses Hotel sollte für den Rest unserer Reise unser Zuhause sein. Nach kurzer Ruhepause machten wir uns auf den Weg in die Stadt Laguardia, welche auf einem Hügel liegt. Nach kurzem Fußmarsch benützten wir den Lift für den Aufstieg und wanderten in die Altstadt. Im Restaurant „Capricho de Baco“ erwartete uns ein hervorragendes, mehrgängiges Abendessen mit Weinbegleitung. Schließlich wanderten wir wieder zurück in unser Hotel. Ein erlebnisreicher Tag war zu Ende.


Mittwoch, 10. Oktober 2018:

Der heutige Mittwoch stand, wie es sich für eine Weinbruderschaft gehört, ganz im Zeichen von Wein und Kultur. Es begann mit einem Rundgang durch die engen Gassen der mittelalterlichen Stadt Laguardia, mit Besichtigung des Rathauses und der Kirche „Santa Maria de los Reyes“, mit dem imposanten Kirchenportal. Anschließend kamen wir zur Kelelrei „Fabulista“, mitten in der Altstadt gelegen. Es gab vier Weine zur Verkostung und einen kleinen Imbiss in den Katakomben der Kellerei. Danach ging die Fahrt weiter zum bekannten Familienweingut „Eguren Ugarte“. Die Familie Eguren Ugarte betreibt dieses Weingut seit 1870. Nach einem interessanten Rundgang durch den verzweigten Keller, trafen wir uns im Restaurant des Weingutes zu einem schmackhaften Mittagessen und verschiedenen Weinen. Weil an diesem 10. Oktober unser Weinbruder Luis Haslwanter Geburtstag hatte, wurde er angerufen und ihm die besten Glückwünsche überbracht. Spontan lud er zu einem Umtrunk ein und spendierte zu diesem Anlass eine 9 l Magnum Flasche in einer Holzkiste, eben dieses Weingutes. Schließlich stieß auch der 84 jährige Seniorchef Vitorino Eguren Ugarte zu uns, hieß uns alle willkommen. und signierte die Holzkiste der Magnum Flasche. Auf der Fahrt zurück in unser Hotel, machten wir noch einen Stopp im architektonisch sehr interessanten Weingut „Ysios“ und verkosteten zwei weitere Weine. Gegen Abend landeten wir nach diesem ereignisreichen Tag wieder in unserem Hotel. Hier traf man sich in der Hotelbar und ließ das Geburtstagskind aus der Ferne, beim Verzehr der Magnum Flasche, Hoch leben.


Donnerstag, 11. Oktober 2018:

Auch dieser Tag sollte dem Wein gehören. Zuerst ging die Fahrt in die Ortschaft Haro im Bundesland Rioja. Dort besuchten wir das Weingut „Bodegas Bilbainas“ und besichtigten die Kellerei. Anschließend ging die Fahrt hinaus in die Weinberge, wo wir Trauben und Weine unter fachmännischer Anleitung verkosteten. Schließlich ging es wieder zurück in die Kellerei zum Mittagessen. Dann fuhren wir weiter zum Weingut „Marques de Riscal“ in der Ortschaft Ciego. Selbstverständlich zog das Hotel des Weingutes, erbaut vom Architekten Frank Gehry nach dem Vorbild des Guggenheim Museums, alle Blicke auf sich. In der Kellerei konnten wir anschließend den Weg von der Anlieferung der Trauben bis zum Wein in den Holzfässern verfolgen. Nach der Verkostung von drei Weinen fuhren wir wieder zurück in unser Hotel. Dort machten wir es uns in der Hotelbar gemütlich und ließen den erlebnisreichen Tag ausklingen.

Freitag, 12. Oktober 2018:

Heute, an einem Feiertag in Spanien, stand der Besuch des „Weinmuseums Vivanco“ in der Ortschaft Briones am Programm. Es ist das Werk eines lokalen Winzers und besteht seit 2004. Beachtlich ist in diesem modernen Bau die Sammlung der Familie Vivanco. Sie reicht von römischen Weinkrügen über Pressen aus dem 19. Jahrhundert bis zu den hochmodernen Fässern. Eine ganze Abteilung ist den Korkenziehern gewidmet. Die Kunstsammlung zeigt Werke von Picasso bis Gris. Hauptsache Weintrauben, Gläser oder Flaschen sind auf den Gemälden der Künstler sichtbar. Beim anschließenden feinen Mittagessen im Restaurant der Kellerei, verkosteten wir zwei Weine. Schließlich ging die Fahrt wieder zurück in unser Hotel. Gegen Abend traf man sich im nahegelegenen Restaurant „Villa Lucia Espacio“ zu einem gemütlichen Abendessen mit Reiseleiter Cristian und Fahrer Carlos. Ihnen wurde am heutigen Abend ein besonderer Dank für die gute Betreuung und die sichere Fahrt ausgesprochen.


Samstag, 13. Oktober 2018: 

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von unserem Hotel. Die Fahrt ging zum Weingut „Baigorri“ in Samaniego. Auch hier beobachteten wir wieder den Weg der angelieferten Trauben bis in das Fass. Sämtliche Um- und Abfüllungen geschahen hier mit der Schwerkraft und ohne Pumpen. Nach der Verkostung von drei Weinen, einem Mittagessen im dortigen Restaurant und dem Einkauf von Weinen ging die Fahrt zum Flughafen Bilbao. Dort verabschiedeten wir uns von Reiseleiter und Fahrer und flogen zurück nach München. Dort angelangt, wurden wir von einem Bus der Firma Auderer abgeholt und sicher zurück in die Heimat gebracht. Eine wunderschöne Reise mit viel Kultur, hervorragenden Weinen und bestem Essen war zu Ende. Dem Weinbruder Eugen Feichtinger und seiner Frau Traudi ist es zu danken, dass diese Reise durch ihre umsichtige Organisation nicht nur ein voller Erfolg sondern auch ein kameradschaftliches Erlebnis für alle Teilnehmer wurde.

Bericht von Hubert Heel

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